24. Oktober 2017

Augsburger Allgemeine vom 24. Oktober 2017 – mit Kunststoffdeckeln gegen Kinderlähmung

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Mit Kunststoffdeckeln gegen Kinderlähmung

Am heutigen Dienstag ist Welt-Polio-Tag. Bis heute ist Kinderlähmung nicht heilbar. Die vorwiegend bei Kindern auftretende Infektion führt zu schwerwiegenden dauerhaften Lähmungen. Mit einer Impfquote von rund 95 Prozent konnten in Deutschland Neuerkrankungen nahezu vollständig verhindert werden. Das Ziel von Rotary, Polio 2016 weltweit zu besiegen, wurde aufgrund von Krisen und Kriegen jedoch nicht erreicht. Neuinfektionen können nur durch flächendeckende Impfungen von Kindern vermieden werden. Um dies zu ermöglichen, wurde das rotarische Projekt „Deckel drauf“ ins Leben gerufen. Es funktioniert so:

Der Materialwert von 500 Kunststoffdeckeln von Getränkekartons und Getränkeflaschen entspricht ungefähr dem Wert einer Schluckimpfung. Die Deckel werden an Entsorger verkauft, die das Plastik wiederverwerten und zu Granulat verarbeiten. Der Erlös fließt zu 100 Prozent in das rotarische Projekt „End Polio“. Die Steuerberatungsgesellschaft AWI Treuhand eröffnete vor rund einem Jahr am Ernst-Reuter-Platz die erste Sammelstelle für Kunststoffdeckel in Augsburg. Bereits in der Startphase wurden rund 3500 Deckel gesammelt, mit denen sieben Impfungen für ein Leben ohne Kinderlähmung finanziert werden. Nach der anfänglichen Vorreiterrolle werden die Steuerberater und Wirtschaftsprüfer mittlerweile von vielen Bürgern, Unternehmen, Behörden, Schulen und Vereinen in und um Augsburg beim Sammeln der Deckel unterstützt. Nun konnte pünktlich zum Welt-Polio-Tag 2017 ein weiterer wichtiger Unterstützer für das Projekt begeistert werden. Die Erich Rada GmbH richtete auf ihrem Gelände in Augsburg eine weitere Sammel- und Lagerstelle ein und übernimmt die Verwertung der Deckel. (AZ)

Je mehr Kunststoffdeckel, umso besser: Susanne Sulzer, Gerhard Dirr, Ulrike Schaller-Rada, Margot Liedl und Ulrich Raab (von links) engagieren sich bei der Aktion „Deckel drauf“. Foto: AWI